Schnellere Termine, mehr Sprechstunden, bessere Angebote für gesetzlich Versicherte

Gesetzlich Versicherte sollen schneller Arzttermine bekommen. Das ist Ziel des „Gesetzes für schnellere Termine und bessere Versorgung“ (Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG), dessen Entwurf das Bundeskabinett passiert hat. Das Gesetz soll voraussichtlich im Frühjahr 2019 in Kraft treten und ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.
 
Mit dem Gesetzentwurf sollen die Aufgaben der Terminservicestellen deutlich erweitert und das Mindestsprechstundenangebot der niedergelassenen Ärzte erhöht werden. In unterversorgten und von Unterversorgung bedrohten Gebieten müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen künftig eigene Praxen eröffnen oder Versorgungsalternativen anbieten.
 
Außerdem wird der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung um zusätzliche Angebote erweitert. Die Krankenkassen werden verpflichtet, für ihre Versicherten elektronische Patientenakten spätestens ab 2021 anzubieten.
 

Überblick über einige neue Regelungen des TSVG:

Mehr Sprechzeiten für gesetzlich Versicherte (mindestens 25 Stunden pro Woche).
Bestimmte Facharztgruppen, wie z. B. Frauenärzte, HNO-Ärzte, müssen mindestens 5 Stunden pro Woche als offene Sprechstunde anbieten.
Bessere Vermittlung von Patienten durch Ärzte.
Telefonnummer 116117 vermittelt jederzeit Termine 
Hausärzte, die einen Termin zum Facharzt vermitteln, werden dafür entlohnt
Mehr Geld für Mehrarbeit ab der 20. Sprechstunde pro Woche.
Kommunikation zwischen Arzt und Patient (sprechende Medizin) wird vergütet 
Start der elektronischen Patientenakten ab spätestens 2021
Mobiler Zugriff, z. B. durch eine App, wird möglich. 
Regionale Zuschüsse für Ärzte in unterversorgten Regionen. 
Geld für Praxisgründung in ländlichen Gebieten möglich. 
Wenn es zu wenig Ärzte gibt, müssen Kassenärztliche Vereinigungen Alternativen anbieten, z. B. digitale Sprechstunden, mobile Praxen. 

 
Ferner ist vorgesehen, die Transparenz bei der Veröffentlichung der Vorstandsgehälter bei Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen zu verbessern und künftige Vergütungssteigerungen bei den Spitzenorganisationen auf Bundesebene zu begrenzen. 
 
Einzelheiten zu den Neuerungen: https://www.goo.gl/GCJ2C8  
 
Quelle: BMG